Manchmal ist der beste Moment einfach dieser hier.
Gestern war Muttertag. Ich habe ihn so verbracht, wie ich ihn mir gewünscht habe.
Gemeinsames Frühstück. Meine Mama zum Mittagessen eingeladen. Und den Nachmittag? Am Padelplatz – bei einem Turnier, mit meiner Spielpartnerin. Wir haben den 4. Platz geholt 😊
Mutter sein bedeutet für mich nicht, sich ständig nach anderen zu richten. Sondern auch auf sich selbst zu schauen. Das klingt selbstverständlich – ist es aber oft nicht.
Was berufstätige Mütter täglich leisten – und warum das niemand so nennt
Ich führe eine gleichgestellte Partnerschaft. Mein Mann und ich teilen Aufgaben bewusst auf – und trotzdem gibt es Themen, die irgendwie in meinem Kopf landen. Arzttermine. Die mentale Liste der Dinge, die nicht vergessen werden dürfen. Das Wissen, wer gerade was braucht.
Das nennt man Mental Load. Und es ist unsichtbare Arbeit.
Was dabei entsteht, sind Fähigkeiten, die im Beruf Gold wert wären – wenn sie als solche anerkannt würden:
Zeitmanagement unter echtem Druck. Nicht das Zeitmanagement aus dem Seminar, sondern das aus dem Alltag: drei Dinge gleichzeitig, keines darf fallen.
Krisenmanagement ohne Vorbereitung. Wer ein Kind mit 40 Grad Fieber am Morgen eines wichtigen Meetings begleitet und trotzdem funktioniert, weiß was Priorisierung bedeutet.
Empathie als Führungsinstrument. Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen wahrnehmen und begleiten – das ist keine weiche Fähigkeit. Das ist Führung.
Kommunikation unter Spannung. Wer Konflikte im Familienalltag klärt, übt täglich das, wofür andere in Mediationsseminare gehen.
Warum zählen diese Qualitäten in Karrieregesprächen so selten? Das ist eine Frage, auf die ich keine einfache Antwort habe. Aber ich finde sie es wert, gestellt zu werden.
Was das mit meiner Arbeit zu tun hat
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass das, was ich als Mutter täglich tue, und das, was ich beruflich tue, nicht zwei getrennte Welten sind. Sie sind dieselbe Haltung – in unterschiedlichen Kontexten.
Als Mediatorin lerne ich in jedem Konflikt etwas über menschliche Dynamiken. Als Trainerin erlebe ich, wie Menschen aufblühen wenn sie verstehen, was hinter den Zahlen steckt. Als Coach begleite ich Führungskräfte in Momenten, in denen es nicht um Strategie geht – sondern um Klarheit.
All das hat mit Muttersein zu tun. Nicht weil Mütter automatisch bessere Führungspersönlichkeiten sind. Sondern weil das Leben mit Kindern bestimmte Fähigkeiten schult, die im Beruf unterschätzt werden – und die ich jeden Tag in meine Arbeit einbringe.
Was ich mir für berufstätige Mütter wünsche
Auf sich schauen ist keine Schwäche. Es ist Voraussetzung.
Mehr Sichtbarkeit für das, was sie leisten. Nicht als Mitleid, sondern als Anerkennung von Kompetenz.
Und mehr Räume, in denen diese Kompetenz auch benannt werden darf – ohne dass man sich dafür rechtfertigen muss, dass man gleichzeitig Mutter ist.
Auf sich selbst zu schauen ist keine Schwäche. Es ist Voraussetzung dafür, auch für andere da sein zu können.
Was nehmt ihr aus dem Muttertag mit – als Mutter, als Führungskraft, als Mensch? Ich bin gespannt auf eure Gedanken. 👇
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