Was ein Padel-Court besser macht als manches Führungsseminar

Teamentwicklung · Konfliktprävention · Führung

Gudrun beim Padel in Valencia

Valencia, Padel-Trainingscamp – mittendrin statt nur dabei.

Draußen 28 Grad, Sonnenschein – und wir spielen in der schwülen Halle Padel 😊 Sauna direkt am Platz inklusive.

Was für eine Woche. Ich war letzte Woche auf einem Padel-Trainingscamp in Valencia – lehrreich, anstrengend, motivierend und die Gruppe stärkend. In der Früh aufstehen wie die Österreicher, Abendessen nach spanischen Verhältnissen und damit spät ins Bett 😊

Vieles – vor allem auch wie die Trainer:innen vorgegangen sind – kann man in den beruflichen Alltag mitnehmen. Einzelne Fähigkeiten stärken, Schwächen schwächen und auf alle im Team eingehen – individuell und nicht im Kollektiv. Konflikte am Platz klären – es geht nur gemeinsam und nicht gegeneinander.

Warum ist es also auch im Unternehmensumfeld wichtig, sich diesen Themen zu stellen und frühzeitig daran zu arbeiten? Mit dieser Frage beschäftige ich mich in meinem beruflichen Alltag.

Teams stärken – aber bitte individuell

Trainer mit Spielerin

Individuelles Coaching am Court – jede:r braucht etwas anderes.

Auf dem Platz war es schnell klar: Unsere Trainer:innen haben nicht alle gleich behandelt. Sie haben geschaut, wer welche Stärken mitbringt, wo jemand hängt – und dann gezielt angesetzt. Mal war es die Rückhand, mal die Positionierung, mal einfach die Spielintelligenz.

Im Unternehmensalltag passiert oft das Gegenteil. Teamtrainings werden für alle gleich aufgesetzt, Feedbackgespräche folgen demselben Schema, Entwicklungsmaßnahmen kommen aus der Schublade. Das ist verständlich – es ist effizienter. Aber es greift zu kurz.

Wer ein Team wirklich stärken will, muss hinsehen. Wer hat gerade Rückenwind, wer kämpft? Wer braucht Spielraum, wer braucht Halt? Das kostet ein bisschen mehr Aufmerksamkeit – und zahlt sich mehrfach zurück.

Eigenschaften erkennen – bevor Reibung entsteht

Auf einem Padel-Court sieht man Persönlichkeiten sehr schnell. Wer drückt aufs Tempo, wer zieht sich zurück? Wer trägt Verantwortung, wenn es eng wird – und wer sucht dann die Schuld beim Partner?

Diese Muster gibt es in jedem Team. Sie sind nicht gut oder schlecht – sie sind einfach da. Die Frage ist: Werden sie gesehen?

Ich erlebe in meiner Arbeit mit Teams immer wieder, dass Konflikte nicht aus böser Absicht entstehen, sondern weil unterschiedliche Persönlichkeiten unterschiedlich auf Druck, Unsicherheit oder Veränderung reagieren. Wer diese Unterschiede früh erkennt und besprechbar macht, hat einen enormen Vorteil – weil er nicht reagiert, sondern gestaltet.

Aktion am Court

Positionierung, Timing, Reaktion – auf dem Court sieht man Persönlichkeiten schnell.

Missverständnisse klären – bevor sie sich festsetzen

Pause auf dem Rasen
Gruppe beim Essen

Nach dem Training: echte Erschöpfung, echter Teamgeist.

Valencia hat mir noch etwas mitgegeben: Auf dem Platz gibt es keinen Raum für ungeklärte Spannungen. Wenn zwei Spieler:innen nicht mehr kommunizieren, verliert das gesamte Team. Punkt. Die Trainer:innen haben das nicht ausgesessen – sie haben es angesprochen. Direkt, ruhig, konstruktiv.

Das klingt selbstverständlich. Ist es im Unternehmensalltag aber oft nicht.

Missverständnisse entstehen, weil Menschen dasselbe Wort benutzen und etwas anderes meinen. Weil E-Mails knapp sind und Kontext fehlt. Weil niemand nachfragt, weil es unangenehm ist. Und irgendwann hat sich aus einem kleinen Reibungspunkt ein handfestes Problem entwickelt – eines, das viel teurer ist als das kurze Gespräch, das es von Anfang an gebraucht hätte.

Prävention ist keine Schwäche. Es ist Führungsqualität.


Was Valencia und Unternehmensalltag gemeinsam haben

Gute Trainer:innen – und gute Führungskräfte – warten nicht, bis etwas eskaliert. Sie schauen hin. Sie sprechen an. Sie gestalten Bedingungen, unter denen Teams wachsen können.

Padel hat mich das diese Woche wieder sehr konkret spüren lassen. Manchmal braucht es den Platzwechsel – buchstäblich – um zu sehen, was im Arbeitsalltag gerade passiert.

Was nimmst du aus Sport oder anderen Lebensbereichen in deinen beruflichen Alltag mit? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen. 👇

Gudrun Brunner-Suette 
Coach, Trainerin, Mediatorin und Beraterin mit Wurzeln in Controlling und HR. Sie begleitet Teams und Organisationen dabei, Konflikte frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen – bevor sie eskalieren.
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