„Wir schicken sie mal ins Coaching“ ist einer der Sätze, die mir in Unternehmen am häufigsten begegnen – meist dann, wenn eine Führungskraft irgendein Verhalten zeigt, das der Organisation unangenehm ist. Das Problem an diesem Satz: Coaching wird damit zu einer Reparaturmaßnahme, die von außen verordnet wird. Und genau das ist der häufigste Grund, warum Coaching nicht wirkt.
Wann Coaching wirklich wirkt
Coaching entfaltet dann Wirkung, wenn die Führungskraft selbst eine Frage oder ein Anliegen mitbringt – auch wenn dieses Anliegen ursprünglich von außen angestoßen wurde. Der Unterschied liegt darin, ob am Ende die Führungskraft selbst sagt: „Ja, das will ich für mich klären“, oder ob sie nur in einen Termin geschickt wird, den sie absitzt. Systemisches Coaching arbeitet mit genau dieser Eigenmotivation: Es geht nicht darum, der Führungskraft eine Lösung vorzugeben, sondern gemeinsam herauszuarbeiten, welche Rolle sie selbst in einer schwierigen Situation einnimmt – und welche Handlungsspielräume ihr bisher nicht bewusst waren.
Typische Anlässe, bei denen Einzelcoaching der richtige Weg ist
Ein klassischer Anlass ist die Rollenklärung nach einer Beförderung: Eine ehemalige Kollegin führt plötzlich ihr früheres Team, und die Beziehungen müssen neu austariert werden. Ein zweiter Anlass ist wiederkehrender Konflikt mit einer bestimmten Person oder in einer bestimmten Situation – hier hilft Coaching, das eigene Verhaltensmuster zu erkennen, bevor an eine gemeinsame Mediation überhaupt zu denken ist. Ein dritter Anlass ist eine anstehende Entscheidung, bei der die Führungskraft selbst noch nicht klar sieht, was sie eigentlich will – Karrierefragen, ein möglicher Wechsel, die Frage, ob sie überhaupt weiter führen möchte.
Wann ein anderes Format sinnvoller ist
Wenn der eigentliche Konflikt zwischen zwei oder mehr Personen liegt, ist Konfliktcoaching oder Mediation der richtigere Weg als Einzelcoaching – sonst arbeitet eine Person allein an einem Problem, das ihr nicht allein gehört. Wenn es um ein ganzes Team geht, das an Rollen oder Zusammenarbeit krankt, ist ein Teamcheck der bessere erste Schritt. Und wenn mehrere Führungskräfte aus unterschiedlichen Unternehmen ähnliche Fragen mitbringen, ist eine moderierte Peer-Group oft wirksamer und günstiger als mehrere parallele Einzelcoachings – weil der Austausch mit anderen Führungskräften einen Blick von außen liefert, den ein Coaching mit nur einer Beraterin nicht bieten kann.
Der ehrliche Blick vor dem ersten Termin
Deshalb beginnt jedes Coaching bei mir mit einem kurzen, offenen Gespräch darüber, was tatsächlich das Anliegen ist – auch wenn das bedeutet, gemeinsam festzustellen, dass eigentlich ein anderes Format besser passt. Das ist ehrlicher, als ein Coaching zu beginnen, das von vornherein am falschen Format scheitert.
Überlegen Sie gerade, ob Coaching für sich selbst oder eine Führungskraft in Ihrem Unternehmen der richtige Schritt ist? Im kostenfreien Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob und welches Format passt.
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