Kein Flipchart. Kein Workshop. Und trotzdem Teamentwicklung vom Feinsten.

Veröffentlicht am 15. März 2026 um 17:27

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Stellen Sie sich vor: 13 Frauen, die meisten einander fremd, unterschiedliche Altersgruppen, unterschiedliche Lebensphasen – und 1,5 Tage Zeit. Was dabei entsteht? Ein Team.

Genau das durfte ich dieses Wochenende erleben – als Teil der Damenmannschaft meines Padeltennis-Vereins beim Vorbereitungswochenende auf die heurige Meisterschaft. Was uns verbindet: die Freude am Sport und die Leidenschaft fürs Spiel. Was anfangs fehlte: alles andere.

Vom Nebeneinander zum Miteinander

Am ersten Tag kannte kaum jemand jemanden wirklich. Smalltalk, vorsichtige Beobachtung, das übliche Abtasten. Und dann: Spiel, Bewegung, gemeinsame Misserfolge, gemeinsame Lacher. Plötzlich war da ein Wir.

Am Ende der 1,5 Tage sind wir als Team vom Platz gegangen. Jede hat gelernt. Jede hat sich weiterentwickelt. Und alle haben verstanden, was vor uns liegt – sportlich und menschlich.

Was mich dabei besonders beeindruckt hat: die Kommunikation. Am Platz, aber auch daneben. Wer spielt wohin? Wer übernimmt welche Rolle? Was sagen wir uns in einem schwierigen Moment? Das klingt banal – ist es aber nicht. Denn genau das ist es, was ein Team in der entscheidenden Situation trägt oder nicht trägt.

Warum Teambuilding auch im Beruf kein Luxus ist

Ich habe viele Jahre im beruflichen Umfeld erlebt, wie sehr neue Teamkonstellationen oder ein Wechsel in der Führung ein Vakuum auslösen können. Unsicherheit, das Gefühl, nicht aufgehoben zu sein, Rollen, die plötzlich unklar sind. Das ist keine Schwäche – das ist menschlich.

Und genau deshalb sind begleitende Maßnahmen in diesen Phasen kein Nice-to-have, sondern essentiell:

  • Vertrauen schaffen
  • Kommunikation stärken
  • Rollen im Team klar definieren

Diese drei Schritte sind keine Teambuilding-Klischees – sie sind die Grundlage dafür, dass ein Team funktioniert. Nicht nur im Sport.

Die Phasen, die jedes Team durchläuft

Wer schon einmal ein Team von Grund auf aufgebaut hat, kennt die vier klassischen Entwicklungsphasen nach Tuckman: Forming, Storming, Norming, Performing. Manchmal kommt noch eine fünfte dazu – Adjourning – wenn ein Projektteam nach Abschluss des Projekts auseinandergeht.

Was in jeder dieser Phasen entscheidend ist: zu wissen, wie man miteinander kommuniziert. Wer welche Rolle hat. Welche Verantwortung bei wem liegt. Wofür darf ich entscheiden – und wann muss ich eine Stufe nach oben gehen?

Das klingt strukturiert. Und das soll es auch sein. Denn Struktur schafft Sicherheit – und Sicherheit ist die Voraussetzung für echte Zusammenarbeit.

Wie man Teams nachhaltig begleitet

Ein Team ist dann voll handlungsfähig, wenn drei Dinge zusammenpassen: Jede:r kennt die eigene Rolle. Die Mitglieder vertrauen einander und der Führung. Und die Richtung – die Strategie – ist klar.

Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Teams in der Forming-Phase zu begleiten, ist ein moderierter Workshop, in dem gemeinsam die "Spielregeln" für die Zusammenarbeit erarbeitet werden. Nicht als Pflichtübung, sondern als echter Prozess: Was wollen wir? Wie wollen wir miteinander umgehen? Was ist uns wichtig – als Team?

Diese Spielregeln dürfen kein oberflächliches Geplänkel sein. Sie müssen von allen getragen werden. Das bedeutet: Wenn eine der Vereinbarungen lautet „Wir sprechen respektvoll miteinander“ – dann gilt das auch am nächsten Morgen, wenn der Druck wieder steigt.

Externe Moderation hilft dabei, alle Stimmen zu hören, blinde Flecken sichtbar zu machen und sicherzustellen, dass das, was im Workshop entsteht, auch wirklich nachhaltig trägt.

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Zurück auf den Platz

Was mich am Padel-Wochenende am meisten beeindruckt hat: Es hat niemand einen Workshop gehalten. Keine Theorie, kein Flipchart. Und trotzdem ist genau das passiert, was gute Teamentwicklung ausmacht – echte Begegnung, gegenseitiges Kennenlernen, das Erfahren von Stärken und das Annehmen von Grenzen.

Im Sport nennen wir das ein gutes Wochenende. Im Unternehmen nennt man es Teamentwicklung. Der Unterschied? Im Beruf passiert es selten von selbst.

Begleitung, die trägt

Solche Prozesse begleite ich als Moderatorin und Coach – von der ersten Standortbestimmung bis zu den Spielregeln, die ein Team wirklich zusammenhalten. Ob neue Teamkonstellation, Führungswechsel oder eine Phase des Wandels: Wenn Sie gerade vor einer solchen Situation stehen, sprechen Sie mich gerne an.

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