Drei entscheidende Fragen, die jede gute Strategie beantworten muss

Veröffentlicht am 19. Jänner 2026 um 06:00

Stellen Sie sich vor, Sie beginnen einen Strategieprozess: Ohne Kompass, ohne Karte, ohne klares Ziel – wie wahrscheinlich ist es, dass Sie am richtigen Ort ankommen? Genau hier setzen drei grundlegende Fragen an, die im strategischen Denken seit Jahrzehnten als Kernbestandteile gelten: Wo wollen wir hin? Wo stehen wir derzeit? Und wie um Himmelswillen kommen wir dort überhaupt hin?

Diese drei Fragen müssen im Rahmen des Strategieprozesses beantwortet werden. Das Gute daran ist, dass sie gleichzeitig den Prozess strukturieren und am Ende darlegen, ob wir eine durchdachte Strategie haben und nicht nur eine Sammlung von Wünschen und Hoffnungen.

Warum sind diese Fragen so wichtig?

Wichtig ist hier auch die Erkenntnis, dass ich zwar ambitionierte Ziele und inspirierende Visionen haben kann, aber… wir müssen auch mutig und schonungslos sein, denn Probleme müssen benannt und Handlungen daraus abgeleitet werden. Klassische Lehrmeinungen aus dem Strategic Planning unterstreichen, dass strategische Planung darauf abzielt, zuerst den Ist-Zustand zu verstehen, dann Ziele zu definieren und schließlich Maßnahmen zur Zielerreichung zu entwickeln.

Gute vs. schlechte Strategie – ein Denkmodell von Rumelt

Richard P. Rumelt, Professor an der Anderson School of Management, macht in seinem Werk Good Strategy / Bad Strategy (1994) deutlich: Nicht jede Strategie verdient den Namen Strategie. Eine gute Strategie besteht aus drei klaren Elementen:

  • Einer Analyse der Ausgangssituation,
  • Einer Leitlinie, wie mit Herausforderungen umzugehen ist
  • Sowie kohärenten, aufeinander abgestimmten Maßnahmen.

Rumelt beschreibt das so: „Good strategy is problem solving that identifies the major obstacle, creates a guiding policy and coordinates action and resources to succeed.“ (Rumelt, Good Strategy / Bad Strategy)

Verglichen damit ist die schlechte Strategie oberflächlich, Wunschgedanke und hat ein offenes Ende. Das bedeutet, dass sie keine realen Probleme adressieren und damit keine Orientierung für Entscheidungen gegeben werden. Diese Art von Strategie führt leider dazu, dass auch keine Entscheidungen getroffen werden und die Mitarbeiter:innen im Freiflug arbeiten.

Die drei entscheidenden Fragen - im Detail

Da schlechte Strategien leider häufiger sind als gute Strategien ist es im gesamten Prozess wesentlich drei Fragen zu beantworten:

Wo wollen wir hin? – Vision, Mission, Ziele
Was ist also das Ziel des Unternehmens? Wohin soll die Entwicklung gehen – egal ob für das gesamte Unternehmen oder eine Abteilung? Hier geht es darum eine klare Vision zu formulieren, die das Unternehmen verfolgt. Definiere ein langfristiges, inspirierendes Zukunftsbild. Welchen idealen Zustand strebt das Unternehmen an? Ein klar definiertes Zukunftsbild ist motivierend und dient als gemeinsamer Referenzrahmen für daraus resultierende Entscheidungen. (vgl. Insight Article)

Empirische Studien zu strategischer Planung zeigen, dass Organisationen, die konkrete Ziele und strukturierte Zielsetzungsprozesse verwenden, tendenziell bessere Performance‑Indikatoren aufweisen als solche, die vage Ziele verfolgen. Systematische Planung erhöht die Chance, dass Ziele realisiert werden und nicht nur Wunschdenken bleiben. (vgl. International Journal of Management, 2020)

Wo stehen wir derzeit? – Analyse des Ist-Zustands
Mit dieser Frage wird der Ist-Zustand erhoben. In diesem Punkt sprechen wir von schonungsloser Ehrlichkeit. Kann meine Vision aus der derzeitigen Situation erreicht werden? Aus diesem Grund ist eine realistische Analyse unumgänglich, die interne und externe Faktoren berücksichtigt – hier kann durch SWOT oder PESTEL unterstützt werden.

Die schonungslose Ehrlichkeit, wie ich sie im oberen Absatz schon kurz angeführt habe, ist hier wesentlich. Denn nur wer seine Schwächen, Risiken und Handlungsspielräume inkl. zugehöriger Barrieren kennt, kann realistisch planen. Dadurch soll verhindert werden, dass strategische Entscheidungen auf Wünschen oder veralteten Annahmen basieren. (vgl. International Journal of Management, 2020)

Wie kommen wir dort hin? – Maßnahmen und Umsetzungen
Erst wenn Start und Ziel klar sind, wir die Strategie konkret: Welche Initiativen sind notwendig? Welche Prioritäten setzen wir? Welche Ressourcen und Kapazitäten sind überhaupt vorhanden?

Der wesentliche Faktor bei dieser Fragestellung ist, dass die Prioritäten in nachvollziehbaren Handlungen und auch Kennzahlen definiert werden – um Nachvollziehbarkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit zu unterstützen. (vgl. International Journal of Management, 2020)

Warum scheitern Strategien?

In der Forschung wird deutlich, dass viele Strategien scheitern, weil sie keine klare Analyse, keine kohärenten Leitlinien oder keine messbaren Maßnahmen enthalten. Rumelt bezeichnet dies als „schlechte Strategie“: sie bleibt oberflächlich, diffus und bietet keinen Rahmen für Entscheidungen. (vgl. International Journal of Management, 2020)

Im Gegensatz dazu eröffnet eine gute Strategie nicht nur Wege zum Ziel, sondern zeigt zugleich auf, warum bestimmte Wege gewählt und andere verworfen werden – und schafft damit entscheidungsfähige Orientierung für das Management und alle Beteiligten.

Fazit – strategieorientierte Klarheit schaffen

Die drei Fragen Wo wollen wir hin?, Wo stehen wir? und Wie kommen wir dort hin? sind nicht nur rhetorische Werkzeuge. Sie spiegeln ein anerkanntes Paradigma der strategischen Planung wider und sind in der wissenschaftlichen Literatur ebenso verankert wie in praxisorientierten Modellen des strategischen Management.

Wenn Sie diese Fragen konsequent beantworten, schaffen Sie nicht nur ein gemeinsames Verständnis innerhalb Ihres Teams, sondern legen auch die Grundlage für eine umsetzbare, nachvollziehbare und echte Strategie, die gegen „Buzzword-Strategien“ ankommt, die heute noch allzu oft in Unternehmen zirkulieren.


Sie merken, dass Ihr Strategieprozess ins Stocken geraten ist oder die Antworten auf die drei zentralen Fragen noch unklar sind? Lassen Sie uns gemeinsam Klarheit schaffen. Rufen Sie mich an – wir analysieren Ihre Situation, definieren klare Ziele und entwickeln einen praktikablen Fahrplan, der Ihr Team auf Kurs bringt.

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Quellen im Text:

Rumelt, R. P. (2011). Good Strategy, Bad Strategy: The Difference and Why It Matters. Profile Books.

Wongsin, U., Pannoi, T., Prutipinyo, C. et al. (2025). Strategic planning and organizational performance in public health sector: a scoping review.

Shrader, C. B., Taylor, L. & Dalton, D. R. (1984). Strategic Planning and Organizational Performance: A Critical Appraisal. Journal of Management 10(2):149–171.

Umar, M. A. (2022). Review of the Role of Strategic Planning in Organizational Performance. International Journal of Intellectual Discourse, 4(2), 26–38.

George, B., Walker, R. M. & Monster, J. (2019). Does strategic planning improve organizational performance? A meta‑analysis.

 

Abbildungen:

shutterstock.com (ID: 381717970)

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